Ernährung

Laß deine Arzneien im Tiegel,
wenn du deinen Patienten mit Nahrung heilen kannst!

(Hippokrates)

Was ist BARF?

"BARF" steht für Bones And Raw Food, im Deutschen eher gebräuchlich als Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Gefüttert werden hauptsächlich Fleisch und Knochen, dazu ein bißchen Obst und Gemüse, eventuell Milchprodukte und etwas Getreide. Bis auf das Getreide, was in der Regel gekocht werden muß, um für den Hund verwertbar zu sein, wird alles roh verfüttert. Erlaubt ist, was bekommt und schmeckt. Manche füttern gänzlich ohne Obst oder Gemüse, viele ohne Getreide, manch einer kocht auch. Streng genommen ist das keine Rohfütterung- aber die Hauptsache ist, es kommt nicht aus der Dose oder der Tüte.

Warum roh?

Der Mensch hat den Hund domestiziert, aus dem einst wilden Wolf wurde der Haushund, der sich je nach Rasse heute nur allzu deutlich vom Wolf unterscheidet. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist das Verdauungssystem. Es ist bei allen Hunden gleich, egal ob Dogge, Dackel oder Wolf. Der Wolf ist ein Fleischfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von größeren und manchmal auch kleinen Beutetieren. Aus was besteht ein Beutetier? Aus Muskelfleisch, Innereien, Knorpel und Knochen. Wir versuchen, dieses Beutetier so gut es geht nachzuahmen, denn wie der Wolf ist unser Hund ein Carnivor. In einen Carnivoren gehört nicht tonnenweise Getreide, wie man es heute in vielen Trockenfutter-Sorten findet, sondern Fleisch. Käme jemand auf die Idee, sein Pferd mit Hackfleisch oder Brathähnchen zu füttern? Wohl kaum, denn wir alle wissen, das Pferd ist ein Pflanzenfresser. Ihm wird Heu, Hafer und Gras zugestanden. Und ebenso sollten wir unserem Hund Fleisch und Knochen zugestehen.

Gerade bei chronisch kranken Hunden kann die Rohfütterung ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit sein. Wer sich über Jahre hinweg falsch ernährt, wird niemals richtig gesund sein. Wir Menschen essen uns kaputt, denn unser Verdauungssystem ist nicht gemacht für Zucker, raffiniertes Mehl, gehärtete Fette und Geschmacksverstärker. Das gleiche gilt für den Hund. Füttert man einem Hund hauptsächlich Getreide, dann ist das etwa so, als würde man Diesel in einen Ferrari schütten. Das kann nicht funktionieren! Zum Glück (oder leider, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet) ist der Hund robuster als ein Ferrari. Er stirbt nicht am Getreide, er quittiert die jahrzehntelange Fehlfütterung "nur" mit Krankheiten wie Diabetes, Allergien, Krebs, Insuffizienzen, Gelenkschäden und sogar Verhaltensstörungen.

Einen wirklich lesenswerten Artikel von Tierarzt und "Raw Meaty Bones" - Autor Tom Lonsdale zum Thema Industriefutter und dessen Auswirkungen findet ihr
hier.

Ist das nicht teuer?

Nein. Im Vergleich mit diversen Markenfuttersorten kommt man mit Rohfütterung sogar günstiger weg. Bei einem Verbrauch von 6 Kilo Fleisch pro Woche liegen meine monatlichen Futterkosten bei rund 50 Euro, wovon 10 Euro auf den Versand entfallen, da ich das Fleisch im
Internet bestelle. Der Hund braucht nicht nur das feinste Fleisch und tägliche Abwechslung. Es gibt einige Dinge, die zu bedenken und zu decken sind. Wie und mit welchen Komponenten man das letztendlich umsetzt, bleibt einem selbst überlassen.

Igitt, rohes Fleisch!!

Ja, das dachten wir am Anfang wohl alle. Wer hüpft schon morgens in die Küche, in freudiger Erwartung des Pansens, der da in der Futterschüssel wartet? Für uns Menschen sind manche Fleischsorten erstmal gewöhnungsbedürftig. Pansen und Blättermagen gehören mit Sicherheit dazu, auch Lunge oder Euter ist nicht jedermanns Sache. Eben alles, was in der Regel nicht auf dem menschlichen Speiseplan steht. Mir ging es da nicht anders, ganz im Gegenteil. Rückblickend kann ich aber sagen: man gewöhnt sich problemlos dran. Und ich denke, jeder Rohfütterer kann das bestätigen. Selbst Vegetarier füttern roh.

Bekommt der Hund denn alles, was er braucht?


Ja, wenn man auf einige wenige Dinge achtet. Es ist nicht notwendig, daß der Hund in jeder Mahlzeit die optimale Zusammenstellung all seiner Bedarfswerte erhält. Dieses Märchen ist ein Produkt der Futtermittelindustrie. Würde man ihm Glauben schenken, müßten sämtliche Wölfe, Schakale und Dingos dieser Welt schon lange an Mangelerscheinungen gestorben sein. Wer rechnet denn für sich selbst oder seine Kinder die täglichen Bedarfswerte aus und nimmt sie dann auch noch in ausgewogenem Verhältnis zu sich? Richtig. Niemand. Um den Bedarf zu decken, genügt ein Zeitraum von etwa vier Wochen, auch mal mehr oder weniger. Man braucht zum Rohfüttern auch keinen Abschluß in Ernährungsphysiologie, oder ein tierärztliches Studium. Man braucht lediglich Interesse am Hund und etwas gesunden Menschenverstand, dazu ein oder zwei gute Bücher, um sich mit dem Thema vertraut zu machen, und vielleicht noch eine Plattform, um sich mit anderen auszutauschen.

Heutzutage ist der Markt überfüllt mit "Barf-Zusätzen", wodurch der Eindruck entsteht, man müsse dem Rohfutter alles mögliche hinzufügen. Das muß man nicht. Hat man einen kranken Hund, gibt es vielfältige Möglichkeiten, seinen Zustand mithilfe von Zusätzen zu unterstützen. Hat man einen gesunden Hund, gibt es eine Menge Zeug, für die man Geld ausgeben kann, aber nicht muß. Eine ausgewogener Speiseplan reicht vollkommen aus.

Ich will rohfüttern. Und jetzt?

Hier verweise ich auf die umfangreichen Informationen im Internet und in der Literatur. Viele Menschen haben sich die Mühe gemacht, Informationen zu sammeln und zu veröffentlichen:

 
Literatur:

  • Katzen würden Mäuse kaufen (Hans-Ullrich Grimm)
  • Natural Dog Food (Susanne Reinerth)
  • BARF- Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde (Swanie Simon)
  • Raw Meaty Bones (Tom Lonsdale)
    Hier könnt ihr kostenlos die deutsche Version von Raw Meaty Bones als .pdf downloaden.
  • Hundekekse selber backen (Jonna Anne)

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!